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Bildungsangebot


Wir kooperieren wir mit der Pädaogischen Hochschule Linz, Insitut ZIMT und der Universität Krems im Rahmen eines Universitätslehrganges.


Aktuell - 5 Pakete 


Zielgruppen: PädagogInnen und Studierende


PädagogInnen sind seit längerer Zeit mit einem Phänomen des islamisch begründeten politischen Extremismus konfrontiert, welcher in seiner Ausprägung und seinen Folgen subjektiv gesehen seine derzeit radikalste Ausprägung erfährt. Schüler werden vereinzelt auch in Schulen oder in ihrer Freizeit und durch das Internet radikalisiert und kommunizieren diese Ideologien auch in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen. Als Konsequenz verlassen einige junge Leute in den Mitgliedstaaten der EU ihre Heimat, um im Ausland als ausländische Kämpfer zum Einsatz zu kommen.


Ziel ist es im Rahmen einer SCHILF oder anderen Formen der Fortbildung PädagogInnen mit folgenden Inhalten vertraut zu machen, angepasst an die jeweiligen zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Hier wird insbesondere mit der Pädagogischen Hochschule Linz und der PH Wien zusammengearbeitet.


Paket 1


  • Salafismus, politische Salafiyya und Dschihadismus:
  • Erkennungsmerkmale, Ideologen, Ideologie und Ideologeme dieser Ideologien
  • Wichtigste Protagonisten im deutschsprachigen Raum und deren Argumentationsmuster
  • Wichtigste Begriffe aus der Terminologie (als Erkennungsmerkmal)
  • Symbolik und Ikonografie dieser Gruppierungen
  • Bedeutung von sozialen Medien und Internet

  • Gründe für die Radikalisierung junger Muslime
  • psychische Belastung durch soziale Faktoren
  • Identitätsdiffusion und Identitätssuche
  • Ideologisierung durch persönliche Kontakte und das Internet

  • Prävention und Deradikalisierung
  • NGOs, Maßnahmen, interkultureller Dialog und interkulturelle Projekte (Praxis, Beispiele.)
  • Dekonstruktion von Ideologien und Argumentationen, durch counter-narratives
  • Workshops, Vorträge, Gruppen und Einzelgespräche, Betreuung von

                Betroffenen (Praxis, Bsp.)  



Paket 2

  • Migration mit dem Schwerpunkt, Religion, Identität und Islam

Überblick über die Bedeutung von Religion und Religiosität in den Migrationsgesellschaften und deren soziopolitische Bedeutung anhand von Theorie, Praxis und Erkenntnissen aus Studien, zum Verstehen der Bedeutung von Religion und Religiosität als Anker der Identität(en). 

Überblickt über Selbstorganisation von religiösen und kulturellen Vereinen und Verbänden, Beschäftigung mit sogenannter struktureller und sozialer Integration.

Fähigkeit „interkulturelle“ Kommunikationsprobleme als solche zu erkennen, zwischen kulturellen, religiösen und sozialen Problemen zu unterscheiden und geeignete AnsprechpartnerInnen bei weitergehenden Problemfeldern (Gewalt, politischer Extremismus, etc.) finden zu können. Dekonstruktion von Klischees und Stereotypen.

Inhalte:
  • Bedeutung von Religion, Religiosität und Identitätsbildung in Migrationsgesellschaften  
  • Religion und Religiosität im säkularen Verfassungsstaat
  • Kurzüberblick über die grundlegenden Lehre und Praxis des Islams
  • Überblick über muslimische Selbstorganisationen und deren weltanschaulichen Ausrichtungen. 
  • Wissensproduktion über „die Fremden“, Konstruktion von Wir-Gruppen.
  • Bedeutung von Moscheegemeinden, Kulturvereinen und konfessionellen Bildungseinrichtungen
  • Daten und Fakten zum Thema muslimische Religiosität, Migration, sozialer und struktureller Integration.


Paket 3


Cyberjihad - wie funktioniert die Propaganda im Internet?

Inhalte:
 - Anfänge der Dschihadistischen Propaganda im Internet
- deutschsprachige Dschihadistische Propaganda, ihre Anfänge und Akteure
- Aufbau und Wirkung von Propaganda
- die verschiedenen Funktionen der Propaganda von Rekrutierung bis zum virtuellen

  Ausbildungslager
- aktuelle Propagandisten im deutschsprachigen Raum
- bisherige Entwicklung und Zukunftsprognosen

Oft ist die Rede von Propaganda im Internet als ein Grund, wieso Menschen sich radikalisieren. Hier werden die Anfänge, der aktuelle Stand und die zukünftige Entwicklung der dschihadistischen Propaganda im Internet thematisiert. Es wird vor allem darauf Wert gelegt auch Leuten ohne vorherige Kenntnisse aufzuzeigen, wie man Propaganda erkennt, welche Funktion sie einnimmt, um geeignete Gegenmaßnahmen treffen zu können. Praktische Beispiele sollen zu einem besseren Verständnis des Funktionierens und Wirkens der dschihadistischen Propaganda im Internet beitragen.



Paket 4 - Angebote I und II  für SchülerInnen, Jugendliche

 

 Angebot I

 

Politischer Extremismus, Salafismus und Dschihadismus, Ausgrenzung von Menschengruppen

 

Zielgruppen: Schulklassen, SchülerInnen, Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationsgeschichte und unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen

 

In Schulklassen, Jugendeinrichtungen und Einrichtungen wo es zu einem Zusammentreffen von religiös und kulturell diversen jungen Menschen kommt, wurden und werden auch die Phänomene des politischen Extremismus und Salafismus und seine Ausprägungen im Inn- und Ausland diskutiert. In seiner extremsten Form zeigt sich eine Bereitschaft sehr junger Menschen als „Fremde Kämpfer“ im Ausland tätig zu werden oder dort zu leben. Andererseits fördert es gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, welche sich gegen Menschen richtet, welche alternative Lebensentwürfe und Weltanschauungen haben.

 

In diesem Workshop werden die Wirkung und Wechselwirkung extremistischer Ideologien thematisiert und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern gemeinsam erarbeitet. Dabei werden die Ideologie des politischen Salafismus und Dschihadismus und ähnlicher ausgrenzender und gewaltbejahender Weltanschauungen, sowie ihre gesellschaftliche und politische Wechselwirkung in Geschichte und Gegenwart anschaulich dargestellt.

Dafür sind zwei Einheiten vorgesehen.

 

 

Inhalte:

 

Politischer Extremismus, politische Salafiyya und Dschihadismus:

·     Was sind Vorurteile und wie beeinflussen sie unser Verhalten gegenüber anderen Menschen

·    Erkennungsmerkmale, Strukturen und Äußerungsformen politischer Extremisten

·    Protagonisten im deutschsprachigen Raum   

·    Argumentationsmuster und Feindbilder

·    Symbolik und Ikonografie dieser Gruppierungen

·    Anwendung von Gewalt und Wechselwirkung von Ausgrenzung andere Menschengruppen


 

Angebot II

 

Friedenspotentiale und menschliche Vielfalt versus Einfalt und Gewaltverherrlichung

 

Zielgruppen: Junge Menschen und junge Erwachsene mit muslimischem Hintergrund, im islamischen Religionsunterricht, in Moscheegemeinden und für muslimische NGOs.

 

Die Ideologen des Dschihadismus und der politischen Salafiyya versuchen mit religiösen Texten aus den Hauptquellen des Islam ihre politisch ideologische Weltanschauung und Weltdeutung zu begründen. Auch für die Begründung von Gewaltanwendung gegenüber Andersdenkenden oder Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Weltanschauungen versuchen sie Grundlagentexte zu verwenden.

Zur Dekonstruktion der gewaltverherrlichenden und politisch-extremistischen Begründungen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihnen unbekannten Texten aus den Primärquellen vertraut gemacht werden. Dazu gehören Texte welche menschliche Vielfalt, Frieden und Gewaltvermeidung beinhalten. Es werden ebenfalls alternative Interpretationen der von Extremisten benutzten Grundlagentexte vorgestellt. 

Dafür sind zwei oder drei Einheiten vorgesehen, abhängig vom zur Verfügung stehenden Zeitrahmen.

 

Inhalte:

 

  • Kurzüberblick über die politisch extremistischen Sondergruppen, deren Ideologen, Ideologien und deren Argumentationsweisen.
  • Grundlagentexte zum Thema Frieden, Gewaltvermeidung und Gewaltprävention in den zwei Primärquellen.
  • Tafsir (Textexegese) in Widerspruch zu den Interpretationen der Ideologien der politischen Salafiyya und des Dschihadismus.
  • Historische Beispiele als "Gegennarrative" 

 

Methoden, Medien:

PPP und Textlektüre, Frontal, RSG, Gruppenarbeit, Diskussion



Paket 5 Antisemitismus, Antijudaismus (antimuslimische Ressentiments, Rassismus) und  muslimisch-jüdischer Dialog


Ziel: Abbau von antisemitischen und antijüdischen Vorurteilen, Feindbildern, Klischees und Verschwörungstheorien, Förderung des wechselseitigen Verständnis


Phase 1: Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit am Beispiel zeitgemäßer Beispiele

• Geschichte des Rassismus

• Förderung von Empathie durch einen persönlichen, emotionalen Zugang

• Beispiele für das Zusammenleben zwischen Muslimen und Juden 

• Entlarvung von historischen Fälschungen und Verschwörungstheorien


Phase 2: Input, Diskussionen und Kontakt mit Menschen die Erfahrung mit muslimisch-jüdischen Dialog haben und jüdischen Experten/innen zu einem weiteren Termin.


Phase 3: Praktische Umsetzung und interreligiöse und interkulturelle Begegnung durch mögliche Projekte.


Bereits existierende Projekte als Referenz:

Referenz: EMJD – „European Muslim Jewish Dialog“, in Deutschland und Österreich, konkret in Wien: Muslimisch-Jüdischer Dialog mit Kooperationspartner der „Jüdischen Hochschülerschaft Österreich“, der Foundation of Ethnic Understanding (Koordination in Paris, Leitung in New York City). Lokale „weekend of twinnings“ und EMJD-Treffen zwischen verschiedenen muslimischen und jüdischen MultiplikatorInnen.

https://www.facebook.com/mjdaustriagermany